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DRK-Ortsverein Hohenlimburg e.V.
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Die Geschichte unseres Ortsvereins

Gestern und heute - Das Robert-Hunsdiecker-Haus am Bismarckplatz (ehem. Marktplatz hinter dem Rathaus) und das jetzige DRK-Haus an der Jahnstraße.

20. Oktober 1909 - Einweihung des neuen Kolonnenhauses am Bismarckplatz

Als einen Markstein in der Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes in Hohenlimburg wertete die Hagener Zeitung den 20. Oktober 1909. An diesem Tag konnte in Hohenlimburg mit einer Bauzeit von knapp einem Jahr das erste preußische Sanitätskolonnenhaus, welches später den Namen Robert- Hunsdicker-Haus bekam, in Anwesenheit des Prinzen und der Prinzessin zu Bentheim, des Regierungspräsidenten, des Landrats des damaligen Kreises Iserlohn und des Bürgermeisters eingeweiht werden.

Mit Baukosten von damals 20.000 Mark - davon wurden 13.000 Mark von der Stadt getragen - errichtete man eines der modernsten Häuser dieser Art am Bismarckplatz (dem alten Marktplatz hinter dem heutigen Rathaus). Seiner Zeit vorauseilend, so die Zeitungen, wurde im Erdgeschoss des Hauses mit einem Operationszimmer sogar eine Unfallstation eingerichtet.

Die Festansprachen zu diesem besonderen Tag sahen die Zukunft des Roten Kreuzes immer noch im Kriegsbereitschafts-Einsatz. Doch Fabrikant Carl Röhr erkannte die wirklichen Potentiale, die in den Helfern steckten. Zur Einweihung setzte er mit einer Spende von sage und schreibe 30.000 Mark ein besonderes Zeichen.

Medizinische Versorgung im Zeitalter der Industrialisierung

Die Professionalisierung der medizinischen Versorgung vollzog sich ungünstiger Weise im Zeitalter der Liberalisierung der Wirtschaft, so dass die gesundheitliche Versorgung und Fürsorge für Arbeitnehmer, kaum dass die Probleme erkannt waren, vielfach mehr oder weniger offen in interessenpolitische Auseinandersetzungen geriet. Während die Arbeitgeber durchweg die Kosten der Arbeit gering zu halten versuchten, bedurfte es seit der Reichsgründungszeit fortwährend Appelle sozial reformischer Kreise, um das Problem der gesundheitlichen Gefährdung und Belastung durch Arbeit bekanntzumachen und einen staatlichen Regelungsbedarf offen zu legen.

In einer Zeit prosperierender Industrialisierung – und damit einhergehend der steigenden Zahl von Betriebsunfällen – unterstrichen demgegenüber in Hohenlimburg jedoch in erster Linie die Unternehmer, aber auch die Stadtväter, durch ihre Unterstützung die Notwendigkeit des zivilen bzw. betrieblichen Einsatzes der DRK-Helfer. Ihre Spende war dabei sicherlich nicht ganz uneigennützig, hätten sie in Ermangelung des Roten Kreuzes auf Dauer doch selbst für ein funktionierendes Rettungswesen sorgen müssen.

Lehrgänge, die von den Berufsgenossenschaften unter Vermittlung der Kolonnenärzte für Helfer in den Fabriken eingerichtet wurden, hatten in Hohenlimburg den Erfolg, neue Interessenten für die Arbeit des Roten Kreuzes zu finden. In der Vereinschronik heißt es deshalb: >>So hat der durch eigene Belange der Berufsgenossenschaften vorgeschriebene Ausbau der Ersten Hilfe, abgesehen von etwaiger geldlicher Unterstützung, Vorteile für die Kolonne und verdient weitergehend Würdigung. <<

In dieser Zeit des Aufbaus fiel der Beginn des ersten Weltkrieges, der auch Mitglieder der Sanitätskolonne in Hohenlimburg zum Kriegssanitätsdienst rief. Wegen der Lage Hohenlimburgs zwischen größeren Städten, so schildert es die Chronik, habe ansonsten der Krieg für die Lennestädter Kameraden keine bedeutenderen Aufgaben gebracht.

Besonders die Transporte von den Lazarettzügen zum Hohenlimburger Krankenhaus in Elsey verdienten Beachtung. Allein im Jahre 1918 wurden mittels Tragen oder Fahrbahren 131 Verletzte durch die Mitglieder der Sanitätskolonne transportiert. Zusätzlich, so heißt es weiter, erfüllte die Kolonne eine weitere, vaterländische Pflicht, indem sie eine Kriegsanleihe über 28.000 Mark zeichnete.

>>Edel sei der Mensch…<<

Mit Goethe umschrieben die Festredner die Devise der freiwilligen Sanitätskolonne zu Hohenlimburg >>Edel sei der Mensch, hilfreich und gut<< - Die Devise der Sanitätskolonne Hohenlimburg zum 35jährigen Bestehen im Oktober 1927. Voll des Lobes waren die Ehrengäste über die >>unermüdliche, gemeinnützige Arbeit, Tausende von Hilfen in Erster Not und den selbstlosen Dienst für Volksgesundheit und Volkswohlfahrt. <<

Deshalb sei in der Vergangenheit, sie liest man in der Chronik weiter, die Hohenlimburger Kolonne und ihr Mitbegründer und erster Vorsitzender Sanitätsrat Dr. Hunsdicker mit Ehrungen geradezu überschüttet worden.

Und auch zu diesem Anlass unterstrichen die Unternehmer der Stadt an der Lenne mit einem besonderen Geschenk ihre Verbundenheit mit dem örtlichen Roten Kreuz. Der Hohenlimburger Arbeitgeberverein schenkte der Sanitätskolonne das erste motorisierte Krankenautomobil. Dieses löste den 1925 angeschafften Pferdewagen ab. Vor dieser Zeit mussten die Kranken aus entlegenen Stadtteilen und aus Berchum noch mit der Trage transportiert werden.

Rettungswagen: Der erste motorisierte Krankentransportwagen der Freiwilligen Sanitätskolonne Hohenlimburg aus dem Jahre 1927 und ein Fahrzeug aus dem Jahre 1976.

Spektakulär wie das Geschenk des Arbeitgebervereins war die Übung, die man den Hohenlimburgern zum 35jährigen Bestehen präsentierte. Aus einem angeblich brennenden Haus wurden die „Verletzten“ per Sprungtuch gerettet.

Das Jahr 1928 sah 61 aktive und 3 passive Mitglieder im Dienst des Roten Kreuzes.

Erstmals bildete Dr. Hunsdicker, Vorsitzender und Kolonnenarzt, 16 Arbeitnehmer in einem Erste-Hilfe-Kurs aus. In diesem Jahr wurde aber auch eine Jugendabteilung des Vaterländischen Frauenvereins gegründet. Auch deshalb, so berichtet man auf jener Jahreshauptversammlung, seien die Räume des Kolonnenhauses stark belegt.

Eine Typhusepidemie bringt eine erhebliche Steigerung der Krankentransporte mit sich. Die drängende Not macht die Rot-Kreuzler erfinderisch: Für 200 Mark wird ein Fahrzeug gekauft, das von den Mitgliedern der Sanitätskolonne zum Krankenwagen umgerüstet wird.

Ziellosigkeit nach dem Tod des Sanitätsrats Dr. Robert Hunsdicker

Den Tod von Sanitätsrat Dr. Robert Hunsdicker am 15. November 1934 – er stirbt im Alter von 71 Jahren – trifft die Mitglieder der Sanitätskolonne besonders hart, fällt er doch in eine Zeit großer Unruhen und Unsicherheit, über das was kommen sollte. Hitler wirft seine Schatten auch auf Hohenlimburg.

Noch sind auch viele Kameraden des Roten Kreuzes voller Enthusiasmus dabei. Dass die Schritt für Schritt immer mehr in den Sog des Hakenkreuzes geraten, dass das Rote Kreuz auch in der Kleinstadt an der Lenne gleichgeschaltet wird, vollzieht sich fast unmerklich. Die Übungen sind dieselben, doch die Sprache ist eine andere…

Um ihre Schlagkräftigkeit und Einsatzbereitschaft unter Beweis zu stellen, veranstalten die DRK-Bereitschaften des Kreisverbandes Iserlohn-Land am 25. September 1938 am Hammacher eine Großübung. Ziel ist es, die Verletzten eines schweren Busunglücks zu retten.

Glückwunsch gab es zum Abschluss der Übung vom DRK-Landesführer und Gauleiter Dr. Meier. Und in der Zeitung heißt es da noch: >>Mit einem Gelöbnis zum Führer und Reichskanzler, dem obersten Schirmherrn des Deutschen Roten Kreuzes, wurde der Appell beendet. <<

Und auch die Werbung für das Rote Kreuz schlug 1938 andere Töne an: >>Volksgenosse werde auch Du Mitglied der hiesigen Bereitschaften. Reihe Dich ein in die Reihen der Kämpfer ohne Waffen. <<

Während des zweiten Weltkrieges konnte das Rote Kreuz in Hohenlimburg seine Aufgaben nur sehr unvollkommen oder überhaupt nicht wahrnehmen, waren doch die Mitglieder der Sanitätskolonne überwiegend als Soldaten an der Front.

Der vaterländische Frauenverein, der früher nur lose mit der Sanitätskolonne zusammenarbeitete, wurde 1941 dem DRK angegliedert. Ziele der Frauen, die sich in seinen Dienst stellten, waren, Spenden zu sammeln, Kleidungsstücke zu nähen und zu flicken, um sie für Notfälle bereitzulegen. Sie kümmerten sich auch in beispielhafter Weise um die Schwerverletzten Soldaten, die im Elseyer Krankenhaus lagen.

Schnell wurde der Wert der Arbeit des Frauenvereins von staatlichen Stellen erkannt. Konsequenz daraus war das Verbot der selbständigen Arbeit, das im Jahre 1943 ausgesprochen wurde und die Überführung des vaterländischen Frauenvereins in die NS-Frauenschaft.

In den Kriegsjahren 1939-1945 werden konzentriert alle Kräfte und Einrichtungen auf Grund der zentralistischen und gleichgeschalteten Organisationen letztlich von der Wehrmacht und von den Wehrmachtssanitätsdiensten eingesetzt.

Eine zwangsläufige Erweiterung und Ergänzung ergibt sich aus dem zunehmenden Luftkrieg über der Heimat durch den Luftschutzsanitätsdienst. Mit den wachsenden Beanspruchungen und Verlusten geht hierbei das Prinzip der Freiwilligkeit verloren und die Dienstverpflichtung tritt an ihre Stelle.

In dieser Verzahnung gerät auch das örtliche Rote Kreuz in den schicksalhaften Ablauf der Kriegsereignisse, die zur Besetzung eines jeden Ortes in Deutschland durch feindliche Truppen und zur bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 führen. Im Kreis Iserlohn ist diese Endphase von der Schließung des sogenannten Ruhrkessels durch amerikanische Truppen bestimmt. In Hohenlimburg kommt es hierbei zu besonders dramatischen Entwicklungen, die zum Freitod des damaligen Bürgermeisters führen.

Wegen des Verlustes und der teilweise bewusst Vernichtung mancher Akten sind nur wenige Fakten über die Geschichte des Roten Kreuzes in Hohenlimburg in dieser Zeit zu finden. So wurde auch im hiesigen DRK-Ortverein auf eine nicht untypische Art zur Bewältigung der belasteten Vergangenheit beigetragen.

Zusammenbruch und Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg

Die Aufnahme der Roten-Kreuz-Arbeit nach dem Krieg war zunächst sehr schwer. Es zeigte niemand so recht Interesse daran, in einer Organisation tätig zu sein. Zudem war das alte Kolonnenhaus am Bismarckplatz in den Besitz der Elektromark übergegangen.

Unter diesen Bedingungen sammelten sich dann bald ehemalige Rot-Kreuz-Kameraden unter Leitung des Bereitschaftsarztes Dr. Heinrich Alberts und des Bereitschaftsführers August Kienolth. Im Jahr 1950 übernahm Dr. Treeck als Bereitschaftsarzt mit Heinrich Kienolth die Leitung des hiesigen DRK. Mit der Einweihung des neuen Kolonnenhauses an der Jahnstraße am 29. August 1953 bekam dann die Arbeit des DRK zusätzlichen Auftrieb.

Lagebesprechung: Der inzwischen verstorbene Paul Kienolth im Gespräch mit Bereitschaftsführer Hans-Jürgen Klocke (rechts).

Der Bau des neuen Hauses wurde notwendig, weil das Robert-Hunsdicker-Haus am Bismarckplatz während des Krieges von der Elektromark beansprucht wurde und in den Besitz der Mark übergegangen ist. Vereinbart war, dass das Versorgungsunternehmen im Bedarfsfall für Ersatz sorgen musste. Deshalb wurde das neue Haus aus Mitteln der Elektromark und des Kreisverbandes erbaut.

Übung für den Ernstfall: Die Einsatzkräfte müssen ihr Können bei einem schweren Verkehrsunfall unter Beweis stellen.

Nach Fertigstellung des Hauses konnte die Arbeit im Dienst der Allgemeinheit noch wesentlich erweitert werden. Rund 3.200 Betriebshelfer wurden beispielsweise in der Ersten Hilfe unterrichtet. Aber auch Übungen rückten wieder in den Vordergrund. Das pfadfinderische Motto >>Learning by doing<<, wie man heute sagen würde, hatte insofern auch Bedeutung für die Rot-Kreuz-Kameraden.

Das Jahr 1953 wartete aber mit einem weiteren wichtigen Ereignis auf, nämlich der Gründung des Jugendrotkreuzes. Unter Leitung von Josef Erner und Später Hugo Risse - er verstarb viel zu früh bei einem tragischen Unfall - entwickelte sich das JRK sehr schnell zu einer tragenden Säule der DRK-Arbeit in Hohenlimburg.

Der Schwerpunkt der DRK-Arbeit nach dem Krieg lag in erster Linie bei der Flüchtlingsbetreuung und beim Suchdienst. Den Krankentransport, der erstmals zu den Hauptaufgaben gehörte, übertrug die Militär-Verwaltung seinerzeit der Feuerwehr. Im Bezirk Hohenlimburg wurden vier DRK-Unfallstationen eingerichtet: in Oege, in der Obernahmer, In Reh und in Berchum.

Optimismus zum 75jährigen Bestehen

Zum 75jährigen Bestehen des Roten Kreuzes im Jahre 1967 präsentierten sich dann die Hohenlimburger DRK´ler mit einem breiten Angebot an Hilfsleistungen. Neben der Ausbildung in Erste Hilfe und der häuslichen Krankenpflege wurden im DRK-Haus an der Jahnstraße auch Kurse für Mütter und Kind angeboten. Wichtig für alle Vereine waren natürlich auch schon damals die DRK-Wachen bei Sport-und Großveranstaltungen.

In einer weiteren wichtigen Nachkriegsaufgabe, der Aufklärung von Vermisstenschicksalen, vermeldete die Lokalpresse im Jahre 1964, 19 Jahre nach dem Kriegsende, >>Suchbildlisten werden in Hohenlimburg zum Letzten Mal ausgelegt<<.

Auf das Jahr 1964 datiert durch den Zusammenschluss von weiblicher und männlicher Bereitschaft und Jugendrotkreuz die Gründung des DRK-Ortsvereins Hohenlimburg. Neben diesem wichtigen Datum ist aber noch ein anderes Ereignis wichtig für die Historie des neu gegründeten Ortsvereins: Der Aufbau der 28. Luftschutz-Sanitätseinheit.

An der aus 108 Einsatzkräften bestehenden Bereitschaft sind neben dem DRK in Menden, Hemer, Schwerte auch die Hohenlimburger Kameraden beteiligt. Problematisch nur: drei Fahrzeuge standen auf Abruf bereit, aber für die Wagen gab es keine geeignete Garage. Nach dringlichen Aufrufen in der Presse stand jedoch der Übernahme der Aufgaben nichts mehr im Wege, hatten doch die Stadt und ein Unternehmer zur Lösung des Platzproblems beigetragen.

Die mit Allradantrieb ausgestatteten Fahrzeuge erlaubten es, im Bedarfsfall – wie es die Neue Hohenlimburger Zeitung schrieb - >>bei einem Luftangriff im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung oder bei großen Katastrophen in Friedenszeiten selbst in schwierigem Gelände operieren zu können<<.

In 31 Minuten stand ein 80-Personen-Zelt

Dass die Rot-Kreuzler nicht nur in der Ersten Hilfe flott sind, dokumentierten sie auch bei einer Übung auf dem Truppenübungsplatz Hengsen, notierte doch eine Heimatzeitung damals in ihrer Überschrift: >>In 31 Minuten stand ein 80-Personen-Zelt<<.

Erfolgreich ist aber auch die Arbeit des Jugendrotkreuzes in Hohenlimburg. So wurde 1970 beim Kreiswettbewerb die JRK-Gruppe Sonnenstrahl viel beachteter Sieger.

Dass die Ausbildung zur Ersten Hilfe schon früh beginnen muss, legten die DRK´ler im Jahre 1965 den Hohenlimburger Pädagogen nahe. So folgten heimische Schulen dem Beispiel der Weinhofschule und ließen die Schüler der Abschlussklassen in Erster Hilfe ausbilden.

Zum 80jährigen Bestehen übernimmt das DRK einen weiteren Aufgabenbereich. Anlässlich des Jubiläums wird ein in 3.100 Stunden umgebauter Linienbus als Küchenwagen in Dienst gestellt. Das auf den Namen >>Jürgen<< getaufte Küchenmobil – OKD Dr. Jürgen Albath war schließlich Bus Pate – sollte künftig den Einsatzeinheiten des Kreisverbandes Iserlohn-Land zur Verfügung stehen.

Die folgenden Jahre sind eher der >>stillen Arbeit<< gewidmet, wie sich die Überschriften der Tageszeitungen deuten lassen. Gerade die Leistungen auf dem Gebiet der Frauen- und Sozialarbeit finden Anerkennung. Zu einem großen Problem wird aber mehr und mehr die schwindende Anzahl von Mitgliedern.

Mitglieder des DRK-Ortsvereins Hohenlimburg bei einem Gruppenbild aus dem Jahre 1972. Mit auf dem Foto der langjährige 1. Vorsitzende Robert Steinkühler (1. Reihe, Bildmitte sitzend).

Arbeit im Stillen findet wenig Beachtung

Vor diesem Hintergrund äußerte sich im Jahr 1974 DRK-Bereitschaftsführer Paul Kienolth nachdenklich über die wenig publikumswirksame Arbeit des Roten Kreuzes: >>Die Arbeit im Stillen findet wenig Beachtung!<< Sein Wunsch war es deshalb, die Arbeit des DRK-Ortsvereins Hohenlimburg mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Ein Aspekt dieser noch mehr breitenorientierten Arbeit war 1974 der Aufbau eines Familienpflegedienstes.

Neben diesem caritativ orientierten Engagement wurden jedoch auch weiterhin regelmäßig Übungen durchgeführt. Hervorzuheben ist an dieser Stelle eine Großübung mit dem ersten Katastrophenschutz-Sanitäts-Zug des DRK Hohenlimburg in Wissen an der Sieg.

Aber auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Sommerfeste, die in den kommenden Jahren in Reh gefeiert wurden, fanden nicht nur bei den DRK´lern großen Anklang.

Neben der Gründung eines Spielmannszuges im DRK-Ortsverein Hohenlimburg brachte das Jahr 1976 dann mit dem Abschluss einer Vereinbarung mit der Stadt zur Mitwirkung beim Krankentransport und Rettungsdienst eine neue - sehr zeitintensive - Aufgabe für die Rot-Kreuzler mit sich.

Ohne die Spenden eines modernen Krankenhaustransportfahrzeuges durch die Sparkasse Hohenlimburg wäre die Bewältigung dieser ehrgeizigen Aufgabe sicherlich nicht möglich gewesen. Wie dringend das Fahrzeug gebraucht wurde, erwies sich schon am Übergabetermin mit der Presse, musste dieser doch um eine Stunde verschoben werden, weil das Fahrzeug schon im Einsatz war. Die Palette des Krankentransport- und Rettungsdienstes vom DRK Hohenlimburg wird zwei Jahre später durch den Transport kranker Menschen zum Krankenhaus, zum Arzt oder nach Hause noch erweitert.

Erfreulich ging es auch im Jahre 1977 weiter. Dieses Jahr präsentierte sich mit dem 100. Blutspendetermin in Hohenlimburg. Ein Jahr später verstarb der langjährige beliebte Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, Robert Steinkühler.

Erste-Hilfe-Ausbildung für Führerscheinbewerber im Jahre 1983.
Die Einsatzfahrzeuge des DRK Hohenlimburg

Eindrucksvoll stellte sich die Arbeit in der Vergangenheit dar. Auch bedingt durch die finanzielle Unterstützung der zahlreichen passiven Mitglieder im „westfälischen Heidelberg“, durch die Erlöse aus der traditionellen Altkleidersammlung, die zusammen mit der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg durchgeführt wird, aber auch durch die Spenden der Hohenlimburger Unternehmer entwickelte sich die Arbeit des Roten Kreuzes in unsere Stadt sehr positiv.

Grenzenloses Engagement – in Europa und Hohenlimburg

Ihr - im wahrsten Sinne des Wortes - grenzenloses Engagement stellten mehrere DRK-Helfer immer wieder bei Katastrophen-Einsätzen im nahen und im fernen Ausland unter Beweis.

Angefangen bei Erdbeben in Italien oder Armenien über Transporte in die damalige Sowjetunion bis hin zum Iran-Konflikt: Helfer aus Hohenlimburg waren zur Stelle, um aktive Hilfe beim Wiederaufbau zerstörter Städte oder bei der Hilfe für Notleidende zu leisten.

International waren aber auch die Wettbewerbe, an denen die Hohenlimburger Rot-Kreuzler in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg teilnahmen und die sie ebenso daheim ausrichteten. Dies führte auch zur Pflege von Partnerschaften mit dem Roten Kreuz im niederländischen Helmond und dem belgischen Braine-l`Alleud. Häufige Besuche hüben und drüben festigten über die Jahre die Freundschaft der Rot-Kreuzler. Vor allem Paul Kienolth machte sich um die Erhaltung und den Ausbau der internationalen Partnerschaften sehr verdient. Im Jahre 1990 verstarb er leider.

Aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen gingen natürlich auch in der jüngsten Vergangenheit nicht am heimischen Roten Kreuz vorbei. Die Öffnung der Grenzen der damaligen DDR führte dazu, dass aus dem DRK-Haus an der Jahnstraße für einige Wochen eine Notunterkunft für Flüchtlinge aus dem einstigen zweiten deutschen Staat wurde.

Selbstverständlich waren die Helferinnen und Helfer des DRK Hohenlimburg wiederholt an den Butteraktionen der Europäischen Gemeinschaft beteiligt, bei denen Lebensmittel an bedürftige Mitmenschen verteilt wurden.

Und wie ging es weiter?

Zu einem wichtigen Standbein des Roten Kreuzes in Hohenlimburg wurde gerade in der jüngsten Vergangenheit die Arbeit des Verpflegungszuges. Immer wieder stellten die Mitglieder des DRK hier unter Beweis, dass sie in Notsituationen schnell und effektiv helfen können. So waren die Hohenlimburger bei Großeinsätzen der Feuerwehr in unserer Region stets rechtzeitig zur Stelle und versorgten die Einsatzkräfte bei ihrem oftmals gefährlichen Job.

Heute orientiert sich das Deutsche Rote Kreuz in Hohenlimburg neben der wichtigen Arbeit des Verpflegungszuges und den Diensten der Bereitschaft auch in Richtung Sanitätsdienste jeglicher Art und Blutspende, erfordern doch Rettungsdienst und Krankentransport mittlerweile einen derart hohen Finanzbedarf, dass sie nicht mehr kostendeckend betrieben werden können.

Ein großes Aushängeschild des DRK Ortsvereins Hohenlimburg e.V. ist das Jugendrotkreuz, denn hier stellen die Hohenlimburger im Kreisverband die größte Zahl an DRK´lern. Auf diese Mädchen und Jungen baut das Rote Kreuz seine ganzen Hoffnungen.

Was die Zukunft bringt…

Die DRK´ler aus Hohenlimburg schauen oftmals mit gemischten Gefühlen in die vor ihnen liegende Zeit, denn ehrenamtliches Engagement, dies ist wohl eine Erscheinung des Zeitgeistes, steht heute nicht mehr hoch im Kurs. Dies lässt sich auch an der Mitgliederzahl ablesen.

Dennoch gehören die Kameraden und Kameradinnen des Deutschen Roten Kreuzes in Hohenlimburg zu den Optimisten, die auch und gerade in schwierigen Zeiten idealistisch an die Vision Henri Dunants glauben, deren Grundsätze durch die Begriffe Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität fest umrissen sind.

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