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Ein weißes Schiff der Hoffnung: Das DRK-Hospitalschiff "Helgoland" im Vietnamkrieg

Im Jahre 1966 besteht der Konflikt zwischen den Nord- und Südvietnam schon sehr lange Zeit. Es kommt zu einem fürchterlichen Krieg, in welchem Napalmgas eingesetzt wird und ganze Regionen entvölkert wurden. Drei Millionen Tote, vier Millionen verstümmelte und durch Chemikalien verseuchte Menschen sind das Fazit!

Die Bundesregierung und das Deutsche Rote Kreuz entsandten das Hospitalschiff „Helgoland“, um der notleidenden Bevölkerung zur Hilfe zu kommen!

DRK-Hospitalschiff "Helgoland" (Foto DRK/Manfred Blum)
"Helgoland"-Krankenschwestern mit einem kleinen Patienten (Foto DRK/Manfred Blum)
Im Behandlungsraum (Foto DRK/Manfred Blum)
Die "Helgoland" nimmt mit dem Beiboot neue Patienten auf (Foto DRK/Manfred Blum)

Einsätze
(reiner medizinischer Einsatz, ohne Fahrtzeiten)

 

Saigon 03. Oktober 1966 bis 12. September 1967

Da Nang 11. Oktober 1967 bis 31. Dezember 1971

 

In Da Nang hieß die "Helgoland" auch "das weiße Schiff der Hoffnung".

  

Größe und Ausstattung

Länge 91,5 m

Breite 14,5 m

 

150 Betten (Belegung mit ca. 200 Patienten; 2 Kinder teilten sich ein Bett).

 

Eine chirurgische und eine interne Abteilung, eine Röntgenstation, ein Labor sowie verschiedene Untersuchungs- und Operationsräume (Gynäkologie, Zahnmedizin).

 

Nach dem Einsatz wurde die gesamte Ausstattung dem neu fertiggestellten Malteser-Krankenhaus in Da Nang, den Krankenhäusern in Tan Ky und Kontum sowie der örtlichen Leprastation übergeben.

 

Das "Helgoland"-Modell im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr (seit 24./25. August 2009) ist ca. 1 m lang, 14 cm breit und 9 kg schwer.

 

Besatzung und Mitarbeiter

Während des gesamten Einsatzes waren insgesamt 272 Personen des DRK und der Schwesternschaften im Einsatz, 41 davon mehrmals.

Die Gesamtbesatzung der "Helgoland" umfasste im Durchschnitt etwa 150 Personen. Rund 75 der Mitarbeiter waren deutsche Kräfte. Die 44 DRK-Mitarbeiter setzten sich zusammen aus 8 Ärzten, 4 Medizinisch-Technischen Assistenten, 4 Verwaltungskräften, 18 Schwestern und Krankenpflegern. Die übrigen 30 Personen gehörten zur seemännischen Besatzung, waren also Kapitän, Offizier, Ingenieur, Elektriker, Funker, Matrosen, Zimmermann und Koch.

Außerdem arbeiteten täglich rund 70 vietnamesische Hilfskräfte, wie Dolmetscher, Kraftfahrer, Wäscher, Bügler, Putzfrauen, Schneiderinnen an Bord.

 

Behandlungen und Patienten

Mit dem Wechsel nach Da Nang ist die Zahl der Patienten stark angestiegen. Am häufigsten wurden Kriegsverletzungen behandelt. Aber auch Wurmbefall, Gliedmaßenbrüche, offene Verletzungen, Tuberkulose und Erkrankungen der Atmungsorgane waren zahlreich. Über 10.000 Blutkonserven wurden während des Einsatzes benötigt. Die Behandlung kostete die Betroffenen kein Geld, sie wurde mit Geldern der Bundesregierung finanziert.

Bis zu 60 % der Patienten waren Kinder. Regelmäßig wurden Schwerverletzte an Bord gebracht und zwei Mal in der Woche war Besuchszeit.